Die Bewusstseinsstruktur
Als Aspekte werden die Abstände zwischen zwei Horoskop-Faktoren bezeichnet. Verbindet man die Planeten durch Linien, so stehen diese - bezogen auf das Zentrum - in unterschiedlichen Winkeln zueinander. Harmonische, fließende Konstellationen wie Sextil (60°) und Trigon (120°) werden positiv bewertet und grün gezeichnet. Quadrat (90°) und Opposition (190°) gelten als spannungsgeladene Aspekte und sind durch rote Linien dargestellt. Sie können für Disharmonie und Negativität stehen, aber auch Herausforderung und Dynamik bedeuten. Ein starker Aspekt ist die Konjunktion (0°), wenn zwei Gestirne sehr nahe beieinander stehen. Je nach Planet werden die Energien dabei gegenseitig verstärkt oder abgeschwächt.
Bei der Huber-Methode werden mehr als 45 Aspektfiguren ausführlich beschrieben und einer ganzheitlichen Betrachtung unterzogen. Diese differenzierte Deutung erlaubt Einblicke in die Bewusstseinsstruktur der Persönlichkeit, die auf der rationalen Ebene nicht möglich wären. Zudem zeigen sie die Motivation des Klienten. Eine weitere Interpretationsweise geht davon aus, dass die Aspekte den Energiefluss abbilden. Der Grad der Spannung macht deutlich, ob und wie sehr sich die betreffende Person anstrengen muss, um bestimmte Ziele im Leben zu erreichen.
Die Spitze des ersten Hauses wird durch den Aszendenten gebildet, jenes Zeichen, das im Moment der Geburt am Osthorizont aufsteigt. Das erste Haus steht für das ICH, den eigenen Charakter und das Selbstbild. Jeder Planet dort prägt die Persönlichkeit ganz entscheidend, vor allem wenn er nahe beim Aszendenten steht. Bei den Häusern zwei bis zwölf geht es um den Einfluss, den äußere Faktoren (Erziehung, Arbeit, Reisen, Umwelt, Gesellschaft) und andere Menschen (Familie, Freunde, Partner, Kollegen etc.) haben.
Zwar arbeitet auch die oben genannte Huber-Methode mit dem Häuser-System nach Koch. Im Unterschied zu anderen astrologischen Schulen werden jedoch die Häuser selbst als Messkreis verwendet. Da jedes Haus mit 30° angesetzt wird, führt dies zu einer Streckung oder Stauchung der Tierkreiszeichen. Die Folge sind Veränderungen im Aspektbild, die einen Einblick geben in die Unterschiede zwischen Eigenwahrnehmung des Klienten und der Einschätzung durch seine Umgebung.
