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Geschichte der Astrologie

Das Altertum kannte noch keine Unterscheidung zwischen Astronomie und Astrologie. Die Bewegungen der Gestirne zu erfassen und diese zu deuten war eine einheitliche Aufgabe, die zumeist den Priestern vorbehalten war. Die alten Ägypter und Babylonier fassten die Gestirne als Repräsentanten der Götter auf. Der Glaube, dass der Lauf der Sterne und Planeten auch Einfluss auf das Schicksal des Einzelnen hat, kam erst in der Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus auf. In dieser Zeit verfasste Dorotheos von Sidon ein fünfbändiges astrologisches Gedicht, das Auswirkungen noch bis in das Mittelalter hatte.

In Europa ging die Astrologie aber im gleichen Maße unter wie das Christentum an Bedeutung gewann. Die Astrologie vertrug sich nicht mit dem Monotheismus der christlichen Lehre. Erst mit der Renaissance begann auch die Wiedergeburt der Astrologie, die in dieser Zeit wieder als Wissenschaft anerkannt wurde. Seit dem Einsetzen der Aufklärung kam die Astrologie jedoch zunehmend in den Ruf eines Aberglaubens - die Astronomie dagegen gewann mehr und mehr an Bedeutung - die Entdeckung neuer Planeten brachte die Astrologie zusätzlich in Erklärungsnot.

Ihren Wiederaufschwung seit der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert hat die Astrologie unter anderem dem Engländer Alan Leo (1860 bis 1917) zu verdanken, der oft als "Vater der modernen Astrologie" bezeichnet wird und der sich mit dem Verkauf von Horoskopen ein Vermögen verdienen konnte. Durch sein Wirken gewann die Astrologie und der Glaube an Horoskope wieder deutlich an Popularität.

Mit der Esoterikwelle des ausgehenden 20. Jahrhunderts erlebte die Astrologie in ihren verschiedensten Ausprägungen einen wahren Boom. Neben der "klassischen" Astrologie der zwölf Tierkreiszeichen beschäftigen sich bis heute immer mehr Menschen auch mit astrologischen Systemen anderer Kulturen, zum Beispiel der Indianer oder Chinesen.

Neuere Entwicklungen in der Astrologie zeigen eine Hinwendung zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. So versucht zum Beispiel die so genannte Neo-Astrologie ihre Erkenntnisse mit Mitteln der Statistik zu belegen. Die Kosmobiologie dagegen deutet natürliche Lebensprozesse als Wirkungen von Abläufen im Universum.